Sonntag, 29. Mai 2016

Amsterdam - Sex, Drogen und Steak


Nein, die Headline bezieht sich nicht auf meinen Reiseverlauf in Amsterdam, sondern ist vielmehr mein Fazit beim Bummeln durch die Straßen. Jeder kennt wohl die Coffeeshops Amsterdams aber, dass hier auch noch ganz Drogen offen in netten Geschäften verkauft werden, wusste ich vorher nicht. Ich hatte mich aber auch noch nie damit beschäftigt. Die nächste große Sparte der Geschäft sind die Sex-Shops, es gibt natürlich die obligatorischen Fenster-Nutten, die wir auch schon bewundern durften und gleich mehrere Museen zum Thema. Essenstechnisch fällt vor allem auf, wie sehr man es hier liebt gleiche Restaurants in die selbe Straße zu packen. Was ich suchte war holländisches Essen, was ich fand war vor allem Steak, Steak und wieder Steak und Burger, fast überall. Daneben gibt es wenige Italiener, türkische, mediterrane und asiatische Restaurants und Waffeln, endlich etwas niederländisches, wobei Moment, war das nicht auch eher Belgisch? Geschmeckt hat es jedenfalls überall. So konnte man zwar wenig holländische Nationalgerichte finden, aber alles, das gekocht und gebacken wurde, schmeckte toll. Man muss dafür nur etwas tiefer in die Tasche greifen, als zu Hause.

Was ich gelernt habe, ist dass man nicht unvorbereitet in das Van Gogh Museum geht, also ohne bereits vorhandenes online gekauftes Ticket, denn man steht dann eine Stunde oder mehr in der dekorativen Schlange vor dem Museum. Was ich außerdem gelernt habe ist, dass die Holländer sehr nette Menschen sind, die es so gar nicht mögen, wenn jemand unfreundlich ist. Sie sind weltoffen und tolerant, durchaus sehr sympathisvh, wenn man gerade vom österreichischen Bundespräsidentenwahlkampf etwas mitgenommen ist. Gesehen haben wir auch den Vondelpark mit mehr unbekannten Vogelarten und sogar Vogelbabies als erwartet, die wunderschönen Grachten, die an Venedig erinnern und den für mich als Gartenliebhaberin grandiosen Blumenmarkt, wo ich meinen Kaufrausch zügeln musste. Mit mussten aber Blumenzwiebel für z.B. Eiscremetulpen, Lucifer Cana, schwarz-rote Callas und noch ein paar mehr ;) Ich stelle auch fest, dass Holland ein tolles Land für Souvenirs ist, holländischer Käse und Blumenzwiebeln können toll mitgebracht werden und sind bestimmt keine Staubfänger.
Ein obligatorischer Besuch im Hardrock Cafe zeigte, dass man auch hier eine Stunde auf seinen Tisch warten muss, Essen und Cocktails, wie immer, toll sind und hier sogar Videobild und Musik synchron verlaufen :) Nachdem "Honey", deren bürgerlichen Namen ich im übrigen anzweifle, uns sehr nett bedient hatte und sogar ein holländisches Bier empfohlen hat (Merke: etwas echt holländisches!) ging es Abends wieder zurück ins Citizen M Hotel. Hier sind wir klein aber fein untergebracht, denn Hotels in Amsterdam sind leider allgemein schweineteuer. Witzige Sprüche überall und die iPad Bedienung des Zimmers, sowie modernes und freches Design passen hier gut. Noch nie zuvor hatte ich ohne menschlichen Kontakt auf einem Computer im Hotel eingecheckt, die Schlüssel selbst bespielt und meine Zimmernummer als Rechnung ausgedruckt bekommen. Dass so viel Software aber auch Probleme machen kann, haben wir schnell gemerkt z.B. am Fernseher, der sich nicht einschalten ließ oder an den Lichtern, die sich manchmal unverhofft ein- oder ausdrehten. Nett fand ich, dass man 24 Stunden am Tag einige Snacks und Getränke im Hotel kaufen konnte, auch hier waren die Leute sehr nett und hilfsbereit und haben bei allen Problemchen schnell ausgeholfen. Beim Frühstück gab es nur 2 große Tische an die sich alle zusammensetzten. Das ist irgendwie verbindend, angenehm und gesellig. Ich mag das Konzept.

Erwähnenswert ist sicher noch das Katten Kabinet, ein kleines Museum, das sich rein um Katzenkunst dreht. Die Dame, die das Museum betreibt wohnt hier ebenso. Ich stelle sie mir als mad cat lady vor, die hier ihre persönliche Katzenausstellung der Öffentlichkeit präsentiert, irgendwie liebenswert, aber auch etwas gespenstisch.

Sehr sehenswert ist auch das Museum Ons' lieve heer op solder, welches eine Dachbodenkirche und ein Wohnhaus aus dem 17. Jahrhundert beherbergt. Die Stiegen sind mörderisch, die erhaltene Geschichte der Stadt aber beeindruckend. Merke: High Heels und Plastik-Schuhüberzieher zum Bodenschutz vertragen sich nicht so gut.

Nachdem unsere Füße genug vom kilometerlangen Marsch durch die Stadt hatten, kehrten wir letztendlich in ein echt holländisches Dessert-Lokal ein. Es gab Proffertjes, tolle gebackene Teigstücke mit Erdbeeren, Eis und Obers dazu. Echt traditionell Niederländisch und super lecker! Wir waren begeistert.


Alles in allem ist Amsterdam ein tolles Ziel für einen kurzen Städtetrip und wohl auch für Junggesellenabschiede, oder ziehen sich die Holländer einfach gerne gruppenweise gleich peinlich an? Wir freuen uns jedenfalls über die gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen.

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